Weihnachtsminiatorium


Termin Details


Ein Weihnachtsminiatorium

Musik: Benjamin Schweitzer nach Johann Sebastian Bach – mit Anne Schneider (Sopran), Susanne Stock (Akkordeon), Georg Wettin (Klarinetten) und Matthias Lorenz (Violoncello)

Dauer: ca. 70 Minuten

Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ist ein fester Bestandteil der Advents- und Weihnachtszeit. Es geht als kulturelles Erbe weit über seinen ursprünglichen Zweck als Gottesdienstausschmückung und seinen protestantischen Wirkungskreis hinaus.

Das Weihnachtsminiatorium von Benjamin Schweitzer wird eine Mischung aus feinsinnigem Arrangement und „komponierter Interpretation“ sein, die dem Original mit Liebe und Respekt, aber auch mit neuen Ideen und unkonventionellen Lösungen für die Herausforderungen einer solchen Kammerfassung gegenübertritt. Ein zentraler Ansatz ist dabei, die Armut, die die Geschichte von der Geburt Jesu umgibt, in den Vordergrund zu stellen. Die Prachtentfaltung der großen Chorsätze wird zwangsläufig reduziert, im Gegenzug tritt die Intimität der Arien und Choräle stärker hervor. Die theologische Botschaft bleibt dabei nicht nur erhalten, sondern wird noch verstärkt herausgearbeitet, und das Publikum wird „seinem“ Weihnachtsoratorium in dieser Fassung neu begegnen können.

Die Besetzung aus einer Sopranistin, Klarinetten, Akkordeon und Violoncello ermöglicht es, alle Farben des Originals aufzugreifen und neu zu interpretieren – eine D-Klarinette kann die hohe Bachtrompete ersetzen, das Akkordeon die Orgel etc. – und die Instrumentalistinnen und Instrumentalisten ergänzen die Solistin bei Bedarf zum vierstimmigen Chorsatz. Die Kürzung auf etwa ein Drittel der Länge von Bachs Original ergibt eine Fassung, in der die Substanz des Werkes in konzentrierter Form erhalten bleibt und die sich gegebenenfalls sogar in einen liturgischen Rahmen integrieren ließe.

Mit dem Weihnachtsminiatorium bringen wir Bachs Klassiker in einer neuen, flexiblen Version, die weitaus mehr als ein Notbehelf ist und die zeigt, wie ein kreativer Umgang mit einem der Kernbestandteile unserer musikalischen Kultur eine erfrischende Sichtweise auf ein vielleicht schon allzu vertrautes Werk präsentieren und dabei zugleich den Pandemiefolgen trotzen kann.